29. Mai 2026
Weltnichtrauchertag 2026: Bewusst mit Nikotin umgehen – Prävention stärken
Am 31. Mai 2026 findet der Weltnichtrauchertag statt. Der Aktionstag macht weltweit auf die gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen von Nikotin- und Tabakkonsum aufmerksam. Trotz langjähriger Präventionsarbeit zählt Rauchen weiterhin zu den häufigsten vermeidbaren Ursachen schwerer Erkrankungen und vorzeitiger Todesfälle. Gleichzeitig gewinnen E-Zigaretten und Vapes insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zunehmend an Bedeutung.
In Deutschland rauchen rund 22 Prozent der Erwachsenen regelmäßig, während Jugendliche und junge Erwachsene vermehrt zu E-Zigaretten und Vapes greifen. Fachkräfte beobachten dabei eine zunehmende Verharmlosung nikotinhaltiger Produkte. Besonders problematisch sind die hohe Verfügbarkeit, jugendorientierte Produktgestaltung sowie gezielte digitale Vermarktungsstrategien, die junge Menschen früh an den Konsum heranführen können. Obwohl Vapes häufig als weniger schädlich wahrgenommen werden, bergen auch sie gesundheitliche Risiken und ein erhebliches Abhängigkeitspotenzial.
Nikotinkonsum erfüllt für viele Menschen unterschiedliche psychosoziale Funktionen – etwa im Umgang mit Stress, emotionaler Belastung oder sozialer Zugehörigkeit. Gerade bei jungen Menschen beeinflussen Gruppendynamiken, soziale Medien und gesellschaftliche Konsumnormen das Konsumverhalten maßgeblich. Aus suchtpräventiver Sicht ist es deshalb wichtig, Konsummotive sichtbar zu machen und eine kritische Auseinandersetzung mit gesundheitlichen Risiken zu fördern.
Neues Präventionsangebot: „Vape Check“
Vapes und E-Zigaretten gehören inzwischen zum Konsumalltag vieler Jugendlicher, während gesundheitliche Risiken oftmals unterschätzt werden. Aus suchtpräventiver Sicht ist es deshalb entscheidend, frühzeitig Wissen über Risiken zu vermitteln, Konsum kritisch zu reflektieren und Jugendliche in ihrer Fähigkeit zu stärken, informierte und gesundheitsförderliche Entscheidungen zu treffen.
Um junge Menschen gezielt zu unterstützen, hat die Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen den Workshop „Vape Check“ entwickelt. Der 90-minütige Workshop richtet sich an die Jahrgangsstufen 6 bis 8 und vermittelt Wissen über E-Zigaretten, fördert die kritische Auseinandersetzung mit Konsummotiven und stärkt gesundheitsförderliches Verhalten. Geschulte Fachkräfte der Drobs Hannover, einer Einrichtung der Paritätischen Suchthilfe Niedersachsen, freuen sich bereits darauf, den Workshop an Schulen der Region Hannover durchzuführen.
Präventionsangebote wie „Vape Check“ leisten einen wichtigen Beitrag dazu, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu reduzieren, riskantem Konsum entgegenzuwirken und junge Menschen in ihrer Entwicklung nachhaltig zu stärken.
Konsumkompetenz als Schlüssel
Die Paritätische Suchthilfe Niedersachsen setzt sich für eine zeitgemäße und gesundheitsorientierte Suchtprävention ein. Im Mittelpunkt steht dabei die Stärkung von Konsumkompetenz sowie die frühzeitige Unterstützung junger Menschen im Umgang mit gesundheitlichen Risiken und gesellschaftlichen Konsumtrends. Dazu braucht es niedrigschwellige Hilfsangebote, frühe Präventionsarbeit sowie verlässliche Unterstützungsstrukturen in Schule, Jugendhilfe und Beratung. Insbesondere Jugendliche benötigen Räume, in denen sie Konsumverhalten reflektieren und selbstbestimmte Entscheidungen entwickeln können. Vor diesem Hintergrund sieht die Paritätische Suchthilfe Niedersachsen die Förderung von Konsumkompetenz als wichtigen Bestandteil moderner Präventionsarbeit.
„Nikotinabhängigkeit ist kein individuelles Randthema, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung mit erheblichen gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen. Prävention muss deshalb früh ansetzen, Risiken sichtbar machen und Menschen dabei unterstützen, informierte und gesundheitsförderliche Entscheidungen zu treffen. Konsumkompetenz bedeutet auch, den eigenen Umgang mit Nikotin kritisch zu reflektieren und Konsumreduktion oder Abstinenz als positive und selbstbestimmte Optionen wahrzunehmen“, erklärt Biljana Vicic, stellvertretende Leitung der Abteilung Behandlung, Beratung und Jugendhilfe.
Als Träger der Suchthilfe und Prävention setzt sich die Paritätische Suchthilfe Niedersachsen dafür ein, junge Menschen frühzeitig zu stärken, gesundheitliche Risiken sichtbar zu machen und nachhaltige Impulse für gesundheitsförderliches Verhalten zu schaffen.