16. Oktober 2026
Eine Woche Ostsee: Urlaubsfahrt von Haus Kayhauserfeld nach Kappeln/Olpenitz
Mal raus aus dem Alltag und rein ins Abenteuer: Eine Woche lang haben 15 Bewohner:innen vom Haus Kayhauserfeld gemeinsam mit drei Mitarbeitenden und Therapiebegleithund Sunniva die Ostseeküste erkundet. Zwei Ferienhäuser in Kappeln/Olpenitz dienten als Basislager, und die hatten einiges zu bieten: Pool, Sauna, Whirlpool, Kicker, Tischtennisplatte und Billardtisch.
Die Wohnstätte Haus Kayhauserfeld ist eine Einrichtung der Eingliederungshilfe für chronisch abhängige Menschen. Im Alltag steht dort die Stabilität im Mittelpunkt, ebenso wie das Selbstbewusstsein und die Freude an kleinen Fortschritten. Genau darum ging es auch auf dieser Fahrt: einmal herauszukommen, Neues zu erleben und sich untereinander in einem ganz anderen Rahmen kennenzulernen.
Dafür sorgte ein abwechslungsreiches Programm. In Kiel stand eine Hafenrundfahrt auf dem Plan, außerdem ein Besuch im „Gamer“, einer Art Live-Gameshow, in der Teams in Duellen gegeneinander antreten. In Laboe besichtigte die Gruppe ein historisches U-Boot und das Marine-Ehrendenkmal. Im Hansa-Park gab es Nervenkitzel, auf der Minigolfanlage sportlichen Ehrgeiz.

Und wer besonders früh aufstand, erlebte die Ostsee ganz für sich allein: Drei Bewohner:innen wagten gemeinsam mit Mitarbeitenden mehrfach das frühmorgendliche Bad in der Ostsee. Wer morgens um diese Uhrzeit ins kalte Wasser geht, muss zuerst den inneren Schweinehund überwinden, und das haben die drei nicht nur einmal geschafft, sondern immer wieder. Dieser Mut und diese Konsequenz sind auch im Alltag wertvoll.
Zum Highlight der Woche wurde ausgerechnet ein verregneter Tag. Als das Wetter nicht mitspielte, wurde kurzerhand ein Spielenachmittag ausgerufen. Alle 18 Personen traten bei Brettspielen, Billard, Kicker und Tischtennis gegeneinander an. Es wurde gelacht, gefachsimpelt und ordentlich gewürfelt. Auch die gemeinsamen Mahlzeiten waren ein fester Anker: Frühstück und Abendessen fanden jeden Tag zusammen statt und stärkten den Zusammenhalt in der Gruppe.
Einrichtungsleitung Jasmin Schrandt zieht ein durchweg positives Fazit: „Für viele unserer Bewohner:innen ist es ein großer Schritt, den vertrauten Rahmen zu verlassen. Umso schöner war es zu sehen, wie die Gruppe in dieser Woche zusammengewachsen ist: Alle haben sich gegenseitig ermutigt, beim Spielen angefeuert und abends gemeinsam am Tisch gesessen. Dieses Wir-Gefühl nehmen die Bewohner:innen mit zurück in den Alltag.“
Mit vielen Eindrücken im Gepäck ging es zurück nach Haus Kayhauserfeld – und die ersten Ideen für das nächste Ziel dürften nicht lange auf sich warten lassen.