Aufklärung über FASD an der BBS 2 Hannover im Rahmen der Aktionswoche Alkohol

Eindrückliche Einblicke in die Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft

Vom 13. bis 21. Juni 2026 machte die bundesweite Aktionswoche Alkohol auf die Bedeutung eines bewussten und verantwortungsvollen Umgangs mit Alkohol aufmerksam. Die Aktionswoche lud dazu ein, den eigenen Alkoholkonsum zu reflektieren und sich über Unterstützungsangebote zu informieren. Vor diesem Hintergrund fand eine Informationsveranstaltung an der BBS 2 Hannover statt, die sich mit den Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft beschäftigte.

Wie gravierend die Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft sein können, erfuhren Schüler:innen der BBS 2 Hannover bei einer gemeinsamen Informationsveranstaltung der FASD-Beratungsstelle der Johanniter, des Vereins Mittendrin Hannover e.V. sowie der Paritätischen Suchthilfe Niedersachsen. Kirsten Dehnhardt von der Drobs Hannover sowie Teona Wichmann von der FAM Hannover wirkten als Vertreterinnen der Paritätischen Suchthilfe Niedersachsen gemeinsam mit den Kooperationspartner:innen an einem rund 45-minütigen Vortrag mit. Ziel war es, über die Fetale Alkoholspektrumstörung (FASD) aufzuklären und im Rahmen der Aktionswoche Alkohol das Bewusstsein für die Risiken von Alkoholkonsum während der Schwangerschaft zu stärken.

Bereits der Auftakt der Veranstaltung hinterließ bei den Schüler:innen der BBS 2 einen bleibenden Eindruck. Gezeigt wurde ein niederländischer Kurzfilm, in dem von FASD betroffene Kinder sowie ihre Pflegeeltern zu Wort kamen. Die Berichte wurden von den jungen Erwachsenen aufmerksam verfolgt und als sehr bewegend empfunden.

Im anschließenden Input erhielten die Schüler:innen Informationen zur Entstehung und zu den Folgen von FASD. Viele Fakten sorgten für Erstaunen: Schätzungen zufolge kommt etwa eines von 100 bis 300 Kindern mit einer Fetalen Alkoholspektrumstörung zur Welt. Besonders betroffen ist das Gehirn, dessen Entwicklung dauerhaft beeinträchtigt werden kann. Einige Betroffene weisen äußerliche Merkmale auf, andere wiederum nicht, was eine Diagnose häufig erschwert. Eine eigens für die Präventionsarbeit angefertigte Babypuppe, die typische Merkmale eines von FASD betroffenen Säuglings zeigt, konnte von den Schüler:innen betrachtet und gehalten werden und machte die Auswirkungen zusätzlich anschaulich.

Große Überraschung löste die Frage aus, wo überall Alkohol enthalten sein kann. Anhand einer klassischen Bierflasche, eines „alkoholfreien“ Bieres und eines Bieres mit 0,0 % Alkohol wurde deutlich, dass „alkoholfrei“ nicht zwangsläufig frei von Alkohol bedeutet – eine Tatsache, die die jungen Erwachsenen empörte. Da bereits kleinste Mengen während der Schwangerschaft Schäden verursachen können, beschäftigten sich die Schüler:innen auch mit einer Übersicht über Lebensmittel, die Restalkohol enthalten können – darunter beispielsweise Tiramisu oder mit Rotwein zubereitete Speisen. Die Informationen wurden besonders aufmerksam und nachdenklich aufgenommen.

Ein besonderer Blickfang waren zudem großformatige Papp-Aufsteller, die im Rahmen eines Projekts der Kunsthochschule Hannover von Studierenden künstlerisch gestaltet worden waren. Die eindrucksvoll bemalten Stellwände mit Bildern und Fakten rund um FASD verwandelten den Klassenraum und den Flur in eine kleine Ausstellung und luden dazu ein, sich auch über die Schulung hinaus mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Alle Beteiligten zogen ein positives Fazit. Die Veranstaltung wurde von den Schüler:innen mit großem Interesse aufgenommen und machte deutlich, wie wichtig frühzeitige Aufklärung und die Zusammenarbeit verschiedener Einrichtungen sind, um das Bewusstsein für die Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft zu stärken. Gleichzeitig zeigte sie exemplarisch, wie die Ziele der Aktionswoche Alkohol – Aufklärung, Prävention und Sensibilisierung – in der Praxis umgesetzt werden können.

Kirsten Dehnhardt resümiert: „Vielen Menschen ist nicht bewusst, welche Schäden selbst geringe Mengen Alkohol verursachen können. Dieses Präventionsprojekt haben wir bereits an mehreren Schulen durchgeführt und hatten jedes Mal das Gefühl, einen großen Schritt in Richtung Aufklärung zu leisten. FASD betrifft alle Gesellschaftsschichten und Kulturen. Wir sind dankbar, dass der Prävention entsprechend Raum gegeben wird.“

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