Screenshot H1-Sommerinterview mit Torsten Köster

H1-Sommerinterview mit Torsten Köster:

Was sich beim Drogenkonsum verändert – und was jetzt wichtig ist

Warum steigen drogenbedingte Todesfälle, insbesondere bei jungen Menschen? Welche Rolle spielen synthetische Opioide und Mischkonsum? Und was braucht es, um Menschen mit riskantem Konsum besser zu erreichen?

Im Sommerinterview von „H1 – Fernsehen aus Hannover“ spricht Torsten Köster, stellvertretender Abteilungsleiter für ambulante Eingliederungshilfe und niedrigschwellige Einrichtungen der Paritätischen Suchthilfe Niedersachsen, über aktuelle Entwicklungen und notwendige Hilfsmaßnahmen.

Besonders aufmerksam blickt Torsten Köster im Interview auf den Konsum synthetischer Opioide. Diese würden zunehmend in Tablettenform konsumiert und seien über das Internet leicht erhältlich – eine Entwicklung, die neue Herausforderungen für Prävention und Suchthilfe mit sich bringe.

Um neue Entwicklungen möglichst früh zu erkennen, brauche es kommunale Frühwarnsysteme, erklärt Köster. Denn Substanzen könnten zunächst nur in einzelnen Regionen auftauchen und sich dennoch schnell verbreiten. Auch Drug Checking könne zur Konsument:innensicherheit beitragen. Im Kontakt- und Konsumraum Stellwerk der Paritätischen Suchthilfe Niedersachsen werde bereits ein Modellprojekt durchgeführt, bei dem mitgebrachte Substanzen auf Fentanyl-Beimischungen getestet werden könnten. Um das Drug Checking auszubauen, fehlten jedoch rechtliche Rahmenbedingungen.

Torsten Köster betont die Bedeutung niedrigschwelliger Angebote und einer besseren medizinischen Versorgungsstruktur. Kritisch blickt er auf die Verdrängung von Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt auf der Straße haben, von bahnhofsnahen Plätzen in Hannover. Die Verdrängung löse bestehende Probleme nicht, sondern führe vielmehr zu einer Verdichtung von Menschen mit unterschiedlichen Hilfebedarfen auf dem öffentlichen Vorplatz des Stellwerks.

Ein weiterer Schwerpunkt des Interviews ist der Mischkonsum verschiedener Substanzen unter Jugendlichen. Torsten Köster macht deutlich, dass Substanzkonsum unter Jugendlichen kein neues Phänomen sei – verändert hätten sich vor allem die Substanzen und damit auch die Risiken. Umso wichtiger seien Prävention und Aufklärung, die junge Menschen tatsächlich erreichten. Einen offeneren Umgang mit dem Thema halte Köster deshalb für entscheidend. Eine reine Verbotskultur greife aus seiner Sicht zu kurz: Sie verhindere Probleme nicht, sondern könne dazu beitragen, dass sie entstünden und sich verfestigten.

Das vollständige H1-Sommerinterview mit Torsten Köster ist [hier] zu finden.

Screenshot H1-Sommerinterview mit Torsten Köster

Wir danken Torsten Köster für seine fachliche Einordnung und dafür, dass er die Standpunkte der Paritätischen Suchthilfe Niedersachsen vertreten hat.

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