15. Juni 2026
Expertise aus der Praxis: Klinik am Kronsberg im ZDF-Beitrag über Lachgas
Am 22. Mai 2026 berichtete die ZDF-Sendung “Hallo Deutschland” über den aktuellen Konsum von Lachgas – insbesondere unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Der Beitrag hat eindrücklich gezeigt, wie wichtig eine öffentliche Auseinandersetzung mit diesem Thema ist. Genau solche Sendungen leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Risiken sichtbar zu machen und Aufklärung dort zu stärken, wo sie dringend gebraucht wird.
Lachgas (Distickstoffmonoxid, N₂O) wird eigentlich medizinisch zur Schmerz- und Angstlinderung eingesetzt oder in der Lebensmittelindustrie verwendet. Beim Konsum als Rauschmittel wird es meist aus Kartuschen über Ballons eingeatmet. Die Wirkung setzt schnell ein, hält aber nur sehr kurz an – und genau diese Kombination macht den Konsum oft besonders trügerisch. Die gesundheitlichen Risiken reichen von Schwindel, Übelkeit und Taubheitsgefühlen bis hin zu Bewusstlosigkeit und im schlimmsten Fall Atemstillstand. Auch langfristige Schäden am Nervensystem sind möglich.
Im Beitrag wurde auch die Arbeit der Paritätische Suchthilfe Niedersachsen sichtbar. Zu Wort kam Alicia Haar, Einrichtungsleitung der Klinik am Kronsberg – eine stationäre Fachklinik für Abhängigkeitserkrankungen. Dort werden Menschen behandelt, die von Alkohol, Drogen oder Medikamenten abhängig sind und Unterstützung auf ihrem Weg in ein stabileres Leben suchen. Die Klinik bietet dafür ein geschütztes Umfeld mit vielfältigen therapeutischen Möglichkeiten und Raum für neue Perspektiven.

Die Einordnung durch Alicia Haar war besonders wertvoll.
Sie machte deutlich, wie wichtig die mediale Aufmerksamkeit für dieses Thema ist und dass Betroffene ernst genommen werden müssen:
„Wir freuen uns, dass dieses wichtige Thema mehr Aufmerksamkeit erhält, besonders im Hinblick auf die Aufklärung über die Risiken des Lachgaskonsums. Das Wissen darüber, wie wirksam die Substanz ist und welche schwerwiegenden Folgen ihr Konsum haben kann, ist bislang noch wenig verbreitet. Umso wichtiger ist es, dass wir im ZDF zeigen konnten, dass in der Klinik am Kronsberg auch Menschen behandelt werden, die eine Abhängigkeit durch Lachgas entwickelt haben. Für Betroffene ist es entscheidend zu wissen, an wen sie sich wenden können und dass es passende Hilfsangebote gibt.“
Darüber hinaus kam auch ein aktueller Patient der Klinik zu Wort, der offen über seinen eigenen Lachgaskonsum berichtet. Diese persönliche Perspektive ergänzt die fachliche Einordnung durch die Klinikleitung und macht die individuellen Folgen des Konsums besonders greifbar. Gleichzeitig unterstreicht sie den Anspruch der Klinik, nicht nur aufzuklären, sondern auch zur Entstigmatisierung von Abhängigkeitserkrankungen beizutragen. Dass Betroffene selbst ihre Erfahrungen teilen, ist dabei ein wichtiger Bestandteil dieser Aufklärungsarbeit und wird ausdrücklich als wertvoller Beitrag gesehen.
Solche öffentliche Berichterstattungen tragen entscheidend dazu bei, Aufklärung zu fördern, Unsicherheiten abzubauen und Betroffenen zu zeigen: Hilfe ist vorhanden und erreichbar.