Angel-AG der Therapieschule Hannover

Petri Heil und Realschulabschluss: Gleich zwei Erfolge für einen Teilnehmer der Therapieschule

Manchmal zeigt sich Erfolg nicht nur in Zeugnissen und Noten. Ein Teilnehmer der Therapieschule Hannover konnte in diesem Jahr gleich zwei ganz unterschiedliche Ziele erreichen: Er bestand erfolgreich seinen Erweiterten Realschulabschluss – und erwarb parallel dazu seinen Fischereischein.

Auf die Fischereiprüfung bereitete er sich in der Angel-AG vor, die von Heinz Albeck, Einrichtungsleiter der Therapieschule Hannover, geleitet wird. Wer bei der Angel-AG allerdings nur an trockene Theorie über Fischarten, Gewässerkunde und gesetzliche Bestimmungen denkt, liegt falsch, denn:

Das heißt natürlich: raus ans Wasser, ab in die Natur!

Eine gute Möglichkeit dafür bieten private Forellenteiche. Dort kann – je nach Regelung des Betreibers – teilweise auch ohne Fischereischein geangelt werden. So konnte der Teilnehmer bereits während seiner Vorbereitung auf die Prüfung praktische Erfahrungen sammeln und zahlreiche smarte Kniffe und Tricks kennenlernen.

Vom richtigen Köder über die Wahl des Angelplatzes bis hin zum Drill eines Fisches wurde vieles direkt am Wasser ausprobiert. Besonders spannend war dabei das Angeln mit der Ultra-Light-Rute, die weniger als 100 Gramm wiegt. Mit dem sehr leichten Angelgerät wird eine große Forelle schnell zu einem besonderen Erlebnis. Der Drill dauert, die Arme schmerzen – aber am Ende landet der Fisch doch im Kescher und zeigt: Ausdauer und das Überwinden von Schwierigkeiten lohnen sich.

Damit war die Sache allerdings noch nicht beendet. Die gefangenen Fische – im Laufe der Monate fast 50 Regenbogenforellen, Saiblinge sowie Lachs- und Goldforellen – wurden mit in die Therapieschule genommen, dort vorbereitet und anschließend gemeinsam lecker zubereitet und gegessen. Vom theoretischen Wissen über die praktische Anwendung bis zum gemeinsamen Essen entstand so ein Angebot, bei dem viele unterschiedliche Fähigkeiten gefragt waren.

Die Angel-AG zeigt damit auch, was Lernen noch bedeuten kann: Geduld haben, sich konzentrieren, Verantwortung übernehmen, Rückschläge aushalten und schließlich erleben, dass sich Ausdauer auszahlt. Auch das frühe Aufstehen kam nicht zu kurz, denn ein richtiger Angeltag beginnt um 6 Uhr morgens und endet erst, wenn die Sonne langsam untergeht. Für den Teilnehmer hat sich diese Ausdauer gleich doppelt gelohnt. Mit dem Erweiterten Realschulabschluss und dem bestandenen Fischereischein hat er zwei persönliche Ziele erreicht, auf die er mit Recht stolz sein kann.

In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch zum Abschluss – und Petri Heil!

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