21. Juli 2026
Pressemitteilung: Neuer Film vom Stellwerk zeigt: Drogenkonsumräume retten Leben und geben Menschen Perspektiven
Anlässlich des Gedenktages für verstorbene Drogengebrauchende veröffentlicht die Paritätische Suchthilfe Niedersachsen einen neuen Film über den Kontakt- und Konsumraum Stellwerk in Hannover. Der Film zeigt die tägliche Arbeit der Einrichtung und verdeutlicht die gesellschaftliche Bedeutung von Drogenkonsumräumen als wichtigen Bestandteil moderner Suchthilfe. Er macht sichtbar, wie niedrigschwellige Angebote Menschen erreichen, gesundheitliche Risiken reduzieren und Überleben sichern.
Das Stellwerk ist der bislang einzige Drogenkonsumraum in Niedersachsen. Seit 2017 bietet die Einrichtung Menschen, die illegalisierte Substanzen konsumieren, einen geschützten Ort für einen möglichst sicheren Konsum mitgebrachter Substanzen unter fachlicher Aufsicht. Ziel ist es, drogenbedingte Todesfälle zu verhindern, gesundheitliche Schäden zu reduzieren und Menschen Zugänge zu weiterer Unterstützung zu eröffnen.
Der Film zeigt, dass das Stellwerk weit mehr als einen Konsumraum bietet: Besucher:innen erhalten medizinische Erstversorgung, Beratung, psychosoziale Unterstützung sowie Angebote der Grundversorgung. Dazu gehören unter anderem Dusch- und Waschmöglichkeiten, Lebensmittelversorgung und Unterstützung bei der Vermittlung in weitere Hilfen. Auch durch Streetwork erreicht das Team Menschen direkt in ihrem Lebensumfeld.
„Der Film zeigt, wie wichtig niedrigschwellige Angebote sind und welche Rolle persönliche Begegnung in der Suchthilfe spielt. Menschen werden hier nicht auf ihren Konsum reduziert, sondern mit ihren individuellen Bedürfnissen und Lebensgeschichten wahrgenommen“, sagt Fabienne Kuschel, stellvertretende Einrichtungsleiterin des Stellwerks.
Die Paritätische Suchthilfe Niedersachsen lädt Journalist:innen dazu ein, den Film in ihrer Berichterstattung aufzugreifen und damit die Bedeutung von Drogenkonsumräumen und niedrigschwelliger Suchthilfe sichtbar zu machen.
Drogenbedingte Todesfälle vermeiden: Suchthilfe nachhaltig stärken
Seit 1998 wird am 21. Juli bundesweit der Menschen gedacht, die an den Folgen von Suchtmittelkonsum verstorben sind. Im Jahr 2025 registrierte das Bundeskriminalamt in Deutschland 2.150 Todesfälle im Zusammenhang mit Suchtmittelkonsum. Die Zahl der Todesfälle bleibt damit auf einem erschreckend hohen Niveau. Neue Entwicklungen wie die zunehmende Verbreitung von Crack und synthetischen Opioiden sowie steigender Mischkonsum verschärfen die Situation zusätzlich.
Serdar Saris, Geschäftsführer der Paritätischen Suchthilfe Niedersachsen, erklärt: „Die steigende Zahl drogenbedingter Todesfälle zeigt, dass wir die Suchthilfe nachhaltig stärken müssen. Gerade auch im Hinblick auf das sich ändernde Konsumverhalten junger Menschen brauchen wir mehr Prävention. Wir benötigen flächendeckend niedrigschwellige Angebote wie Drogenkonsumräume, die einen wichtigen Beitrag zur Überlebenshilfe leisten. Wir müssen die Betroffenen dort abholen, wo sie sind. Mobile und aufsuchende Angebote müssen ausgebaut werden. Und ganz entscheidend ist eine verlässliche Finanzierung der gesamten Versorgungslandschaft. Nur eine dauerhaft abgesicherte Suchthilfe kann Menschen in schwierigen Lebenssituationen erreichen und ihnen passende Hilfen und Überlebenshilfen anbieten.“
Über die Paritätische Suchthilfe Niedersachsen
Seit 1971 gibt es die Paritätische Suchthilfe Niedersachsen, heute ist sie mit über 600 Mitarbeitenden an über 50 Standorten einer der größten Sucht- und Jugendhilfeträger in Niedersachsen. Die Mitarbeitenden der Paritätische Suchthilfe Niedersachsen beraten, betreuen und behandeln Menschen mit und zu Suchtproblematiken. Sie klären auf, informieren und tragen dazu bei, missbräuchlichen Konsum zu reduzieren und schädigendes Verhalten zu vermeiden. Mit dem Kontakt- und Konsumraum Stellwerk betreibt die Paritätische Suchthilfe Niedersachsen den bislang einzigen Drogenkonsumraum in Niedersachsen.
Ansprechperson Paritätische Suchthilfe Niedersachsen gGmbH:
Pascal Dornuf
Fachreferent Kommunikation
Odeonstraße 14, 30159 Hannover
Tel: 0511 9893116
Mail: kommunikation@ps-nds.de
Web: www.paritaetische-suchthilfe-nds.de