Offizielles Motiv Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende

Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende 2026

Rückblick auf die Aktionen der Paritätischen Suchthilfe Niedersachsen

Auch im Jahr 2026 hat die Paritätische Suchthilfe Niedersachsen anlässlich des Internationalen Gedenktages für verstorbene Drogengebrauchende am 21. Juli ein deutliches Zeichen gesetzt. Unter dem diesjährigen Motto „VERÄNDERN, UM LEBEN ZU RETTEN!“ erinnerten Mitarbeitende, Klient:innen, Kooperationspartner:innen und Unterstützende gemeinsam an die Menschen, die infolge ihres Drogenkonsums verstorben sind.

Im Jahr 2025 waren in Deutschland 2.150 Todesfälle zu beklagen. Diese Zahl macht deutlich, wie wichtig Prävention, niedrigschwellige Hilfen, Schadensminderung und gesellschaftliche Veränderungen weiterhin sind. Mit zahlreichen Aktionen in ganz Niedersachsen wurden Orte des Erinnerns gestaltet, Gespräche ermöglicht und Aufmerksamkeit für die Lebensrealitäten von Menschen mit Suchterfahrungen geschaffen.

Kontakt- und Konsumraum Stellwerk

Im Kontakt- und Konsumraum Stellwerk in Hannover begann der Gedenktag mit einer Streetworkrunde gemeinsam mit Netzwerkpartner:innen. Dabei wurden Crackpacks, Safer-Use-Materialien, Sandwiches, Snacks und Wasser an Menschen verteilt, die ihren Lebensmittelpunkt auf der Straße haben.

In der Einrichtung selbst kamen Mitarbeitende und Besuchende anschließend bei einem gemeinsamen Grillen zusammen. Eine Gedenkminute bot Raum, um an verstorbene Freund:innen, Angehörige und Wegbegleiter:innen zu erinnern. Im Anschluss konnten Holzklötze individuell bemalt und damit persönliche Zeichen der Erinnerung gesetzt werden. Am Nachmittag beteiligten sich Besuchende des Stellwerks an der zentralen Gedenkveranstaltung am Königsworther Platz.

Rückblick: Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende

Klinik am Kronsberg

In der Klinik am Kronsberg wurde der Gedenktag mit einer besonderen Mitmachaktion im Kuppelsaal gestaltet. Patient:innen konnten persönliche Wimpel gestalten – entweder als Erinnerung an verstorbene Menschen oder als Zeichen für Kraft und Hoffnung für den eigenen weiteren Weg. Aus den gesammelten Wimpeln entstand eine gemeinsame Wimpelkette, die im Kuppelsaal sichtbar aufgehängt wurde. Unter dem Motto „Für die, die wir verloren haben, und für die, die weitergehen.“ verband die Aktion Erinnerung und Zuversicht miteinander.

Adaption Hannover

In der Adaption Hannover wurden im Garten gemeinsam Kerzen angezündet. Der Moment des gemeinsamen Innehaltens bot Raum für Erinnerung, Trauer und persönliche Gedanken.

Tagesklinik Hannover

Die Tagesklinik Hannover gestaltete gemeinsam mit Patient:innen Erinnerungssteine. Die Steine wurden bemalt und mit persönlichen Botschaften versehen. Anschließend wurden sie in der Eilenriede ausgelegt und machten die Gedanken und Erinnerungen der Beteiligten im öffentlichen Raum sichtbar.

Wohnstätte Hannover Leinemasch

In der Wohnstätte Hannover Leinemasch wurde mit einem offenen Begegnungsangebot ein Raum für Gemeinschaft und Austausch geschaffen – angelehnt an das regelmäßige Nachbarschaftstreffen der Einrichtung. Bei Kaffee und Bratwurst kamen Bewohnende, Mitarbeitende und externe Gäste miteinander ins Gespräch und gedachten gemeinsam der verstorbenen Drogengebrauchenden. Zudem konnten kleine Ablagesteine farblich gestaltet werden, um persönliche Erinnerungen und Gedanken sichtbar zu machen. Ein weiteres kreatives Angebot wurde durch die Ergotherapie vorbereitet. Die Aktionen fanden am Nachmittag statt, bevor sich die Teilnehmenden gemeinsam auf den Weg zur zentralen Gedenkveranstaltung am Königsworther Platz machten.

Gemeinsames Gedenken in Hameln: Drobs Hameln, Café Inkognito, Assistenz beim Wohnen Hameln sowie Schloß Gestorf, Sonnenhof Völksen und Schloß Delligsen

Die Drobs Hameln, das Café Inkognito und die Assistenz beim Wohnen Hameln gestalteten den Gedenktag gemeinsam und wurden dabei von den Wohneinrichtungen Schloß Gestorf, Sonnenhof Völksen und Schloß Delligsen unterstützt. Gemeinsam kamen Mitarbeitende, Besuchende und Bewohnende der beteiligten Einrichtungen im Café Inkognito zu einem gemeinsamen Frühstück zusammen, gedachten in einer Schweigeminute der verstorbenen Drogengebrauchenden und tauschten sich über Erinnerungen und persönliche Erfahrungen aus.

Anschließend beteiligten sich die Teilnehmenden an einem gemeinsamen Spaziergang durch die Hamelner Fußgängerzone. Dabei ergaben sich Gespräche mit interessierten Passant:innen über den Internationalen Gedenktag und die Situation drogengebrauchender Menschen. Darüber hinaus setzte Schloß Delligsen bereits vor der Abfahrt nach Hameln ein eigenes Zeichen des Erinnerns, indem gemeinsam mit den Bewohnenden Luftballons mit Gedenkkarten am Schloss steigen gelassen wurden.

Wie in den vergangenen Jahren beteiligten sich die Wohneinrichtungen damit erneut aktiv an den Hamelner Gedenkaktionen. Ergänzend wurden Rosen verteilt und zwei Banner im Stadtgebiet aufgehängt, um die Öffentlichkeit auf den Gedenktag aufmerksam zu machen und ein sichtbares Zeichen der Erinnerung zu setzen.

Drobs Cloppenburg

Die Drobs Cloppenburg veranstaltete ein „Frühstück der Erinnerung“ mit Klient:innen. In einem geschützten Rahmen wurde gemeinsam der verstorbenen Menschen gedacht. Gespräche, persönliche Erinnerungen und gemeinsames Gedenken standen dabei im Mittelpunkt.

Aktion der Drobs Cloppenburg anlässlich des Gedenktags für verstorbene Drogengebrauchende

Café CaRo und Drobs Rose Oldenburg

Das Café CaRo Oldenburg gestaltete den Gedenktag gemeinsam mit der AIDS-Hilfe Oldenburg am Oldenburger Hauptbahnhof. An einem Informationsstand wurden kostenlose Getränke und belegte Brötchen ausgegeben und Interessierte über den Gedenktag sowie die Lebensrealität drogengebrauchender Menschen informiert. Ein besonderes Zeichen des Erinnerns entstand durch mit Kreide auf den Boden gesprühte Schmetterlinge, unter denen die Namen von 18 Menschen standen, die zwischen dem 21. Juli 2025 und dem 21. Juli 2026 verstorben waren. Während einer gemeinsamen Gedenkminute wurden 18 Kerzen entzündet. Rund 50 Menschen beteiligten sich im Laufe der Veranstaltung am gemeinsamen Erinnern.

Die Drobs Rose Oldenburg griff den Gedenktag mit einem besonderen Beitrag auf der Webseite der Paritätischen Suchthilfe Niedersachsen auf. Auf Grundlage eines Interviews mit Frau Kroupis, deren Sohn Noah an den Folgen seiner Abhängigkeitserkrankung verstorben ist, entstand ein bewegender Bericht über die Perspektive einer betroffenen Mutter. Der Beitrag macht deutlich, dass sich hinter den bundesweit 2.150 drogenbedingten Todesfällen des Jahres 2025 persönliche Schicksale, Trauer und Familien verbergen, die mit einem schweren Verlust weiterleben müssen. Gleichzeitig setzt er ein Zeichen für mehr Verständnis, Offenheit und Unterstützung von Angehörigen und unterstreicht die Bedeutung niedrigschwelliger Hilfsangebote und gesellschaftlicher Solidarität

Das Café Caro gedenkt verstorbenen drogengebrauchenden Menschen vor dem Oldenburger Hauptbahnhof mit einer Kreativaktion.

Suchtberatung Friesland

Die Suchtberatung Friesland gestaltete mehrere „Fenster der Erinnerung“ mit Informationsmaterialien und richtete vor der Beratungsstelle einen Informations- und Gedenkstand ein. Dadurch wurde der Gedenktag im öffentlichen Raum sichtbar gemacht und gleichzeitig über die Hintergründe, Risiken und Folgen von Drogenkonsum informiert.

Café Spiegel Goslar

Im Café Spiegel Goslar fand ein gemeinsames Treffen für Menschen aus der Drogenszene statt. Bei einem Grillfest wurde gemeinsam der verstorbenen Freund:innen, Bekannten und Angehörigen gedacht. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch die Aidshilfe. Die Teilnehmenden konnten sich in ein Kondolenzbuch eintragen, Trauerkerzen anzünden und ihre Gedanken und Erinnerungen schriftlich festhalten. Das Treffen bot Raum für Austausch, gemeinsames Trauern und stärkte das Miteinander.

Der Internationale Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende 2026 hat erneut gezeigt, wie wichtig sichtbare Zeichen des Erinnerns, offene Gespräche und solidarische Unterstützung sind. Die zahlreichen Aktionen der Paritätischen Suchthilfe Niedersachsen haben Menschen zusammengebracht, Erinnerungen bewahrt und auf die Notwendigkeit von Veränderungen aufmerksam gemacht.

Ein besonderer Dank gilt allen Menschen, die mit ihrem Engagement dazu beigetragen haben, den Verstorbenen zu gedenken und gleichzeitig den Blick auf diejenigen zu richten, die weiterhin Unterstützung, Hoffnung und neue Perspektiven benötigen.

Gemeinsam erinnern wir. Gemeinsam verändern wir. Gemeinsam retten wir Leben.

zurück nach oben
Notfall sofortige Hilfe Paritätische Suchthilfe auf Instagram Paritätische Suchthilfe auf Linkedin